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Highlight der Microsoft Ignite 2020 / Microsoft Tech Trends 2021

Donnerstag, 19. November 2020 - Patrick Fontana

Highlight der Microsoft Ignite 2020 / Microsoft Tech Trends 2021

Für System Engineers mit Fokus Microsoft, Azure, Microsoft365, Teams, Dynamics oder .NET ist die letzte September Woche jedes Jahres schon weit im Voraus reserviert. Denn die Microsoft Ignite steht an. Normalerweise tragen wir schon vorab unterschiedliche Themen zusammen, kämmen Session Kataloge durch oder organisieren wichtige Vororttermine mit Herstellern, Innovatoren und Usergroups. Nicht so dieses Jahr. In Zeiten von COVID-19 findet die komplette Ignite2020 virtuell statt. Aber natürlich sind wir auch so wieder mitten drin, statt nur dabei.

Für alle, welche die @ms_ignite regelmässig verfolgen oder sogar schon selbst auf der Nr. 1 Tech Konferenz waren, ist der Zwei-Jahres-Rhythmus nichts Neues. Der besagt zum einen, dass Technologien, Ideen und Produkte, welche auf der MS Ignite angekündigt werden, ungefähr zwei Jahre später den Benutzer in seiner täglichen Arbeit erreichen. Er bedeutet aber auch, dass grosse Neuankündigungen eher alle zwei als alle Jahre erfolgen. Da im vergangenen 2019 bereits viele Neuigkeiten und Previews vorgestellt wurden, dürfen wir uns dieses Jahr auf vertiefteres Wissen der Funktionalitäten der letztjährig vorgestellten Technologien freuen. Die Funktionalitäten werden verdichtet, ergänzt oder erhalten den finalen Schliff, um im Gesamtkonzept funktionieren zu können und am Schluss dem Enduser wirklich einen Mehrwert zu bieten. Aus meiner Sicht das spannendere Jahr, denn wir können im Jahr 2021 damit rechnen, viele der 2019 vorgestellten neuen Technologien einsetzen zu können.

Und doch gab es zwei, drei Überraschungen. Meine Highlights möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Nachfolgend einen Überblick aus verschiedenen Bereichen:

Collaboration & Communication mit Microsoft Teams
Dass Skype for Business Online ein Ende findet, wurde bereits gemunkelt. Dass es aber schon am 31. Juli 2021 soweit sein wird, hat doch etwas überrascht. Umso gespannter haben wir die Erneuerungen in Microsoft Teams aufgenommen, welche bspw. die Calling Plans für die Schweiz ab Ende Oktober 2020 einschliessen. Ein Feature, auf das Viele gewartet haben und Teams nicht nur für Collaboration, sondern auch für die integrierte Kommunikation besser nutzbar macht.

Mit dazu gehören auch Funktionen wie bspw.:

  • New Calling Experiences:  gestaltet das Verwenden der Telefonie Funktion in Teams einfacher und intuitiver
  • Collaborative Calling: legt CallQueue / Workflow direkt in einen Teams Channel, vereint alle Agenten dieser Queue und speichert Voicemails auf diese Nummer direkt. Gepaart mit Reports und Zuweisungsmechanismen ein absolutes Must-Have!
  • Survivable Branch Appliance:  ermöglicht Unternehmen mit Aussenstandorten ohne Internetverbindung Teams Telefonate über das interne Netzwerk in einer Art «Offline Modus» anzunehmen.
  • Transparenz zwischen Teams Client auf dem Computer und dem Teams Mobile Client:  ermöglicht eine transparente Telefonweiterleitung während eines Calls

Dazu kommen Funktionen im Collaboration Bereich wie Teams-Templates oder das Project-Nucleus, welches die Neustrukturierung von WebApps und Portalen sowie die Synchronisation von Datenbeständen, Listen und anderen Inhalten ermöglicht. Dadurch werden Microsoft365 Apps und Features nicht nur performanter, sondern teilweise sogar offline nutzbar.

Der noch smarterer Workplace
Zu den Neuerungen mit Windows 20H2 gehören unter anderem eine neue «Theme-Aware»-Menu Führung, personalisierbare Taskbar, verbesserte Notification Settings wie auch die Integration von Edge Chromium, Defender Application Guard für Office und die neuen Windows Hello Authentication Options. «Microsoft Tunnel Gateway» soll es mobilen Geräten mit IOS oder Android Betriebssystemen künftig erlauben, Applikations Tunnel zu OnPrem Applikationen aufzubauen und dadurch sicher mit diesen zu kommunizieren. Microsoft Defender for Endpoints erlaubt in Zukunft (mit entsprechender Lizenz) nicht nur Windows Computer, sondern auch Mac oder Linux Geräte oder gar iPhone’s und Android Phones mit allen Defender Options auszustatten, zu schützen und zu sichern. Das Defender Framework zieht sich mit der Integration in Azure durch und sichert neben den IoT Devices auch Netzwerk, CloudApps bis hin zum Container. Sicherheit kommt also aus einem Guss und korreliert mit der vollen AI Power!

Auch der Windows Virtual Desktop kurz WVD soll sich im hybriden Umfeld mit Intune und Microsoft Endpoint Manager integrieren lassen, dadurch aktiv verwaltet werden können und sich als nahtlose Ergänzung für den Benutzer anbieten. Da dies in Vergangenheit immer wieder zu Problemen führte, sind wir darauf gespannt, rechnen mit einer vollen Integration aber nicht vor Mitte 2021.

In der Cloud oder OnPrem - der Azure Ressource Manager weiss es
Microsoft lebt nach wie vor eine Cloud first Strategie, sieht diese neu aber eher als Erweiterung zu bestehenden Datacenter und IT-Infrastrukturen. Das Azure Portal wird mit allen Announcements rund um Security und Managebarkeit zum all umfassenden Single Point of Glas, welches mir alle meine Server (egal ob in Azure, im Partner Datacenter oder in meiner eigenen Infrastruktur) zusammenführt.

Aber auch noch viele weitere Funktionen zeigen, dass Microsoft den hybriden Weg ernst nimmt. So bspw.:

  • Azure Lighthouse und Azure Arc: Verwaltung, Konfiguration und Tagging aller Ressourcen
  • Azure VMware Services:  ermöglicht das direkte Verschieben von VMware Workload von der bestehenden Hardware über das VCenter, ohne eine Änderung der VM vornehmen zu müssen.
  • Azure Automanage: kontrolliert und erledigt tägliche VM Tasks wie Patching, Backup, Logging oder Security Reviews über alle VMs

Auch im Plattform Bereich ist das Thema Defender und Security Center allgegenwärtig, alle Azure Ressourcen werden mit den nötigen Komponenten ausgestattet, geschützt und rapportiert. Lighthouse wie auch Sentinel werden verstärkt, dass auch Microsoft365 Inhalte sauber aufgeschlüsselt, kontrolliert und überprüft werden können. Wir gehen davon aus, dass diese Funktionen eher für Multi-Tenant oder Multi-Company Management interessant sein werden. Der initiale Aufwand für einzelne Unternehmungen scheint zu gross. Alternativen dazu bieten Managed Service Angebote im Azure Umfeld, welche von Microsoft stark gefördert und für den Kunden Wissen zum Fixpreis bedeuten.

Exchange und das Leben der OnPrem Server
Nebst einem neuen Admincenter und verbessertem Powershell Modul sind im Exchange Umfeld vor allem zwei Dinge aufgefallen. Zum einen gibt es eine neue «Plus Adressing» Funktion, mit der der Benutzer während dem Betrieb eine neue E-Mail-Adresse bestellen und direkt im Outlook mit Regeln hinterlegen kann. Zum anderen ist nun klar, dass nächstes Jahr eine neue Exchange Version «VNext!» erscheinen wird. Diese wird es nur noch im Abo geben und muss jedes Jahr neu lizenziert werden. Öffentlich zugänglichen Informationen nach soll es auch mit Skype for Business OnPrem Servern sowie SharePoint Server OnPrem gleich weitergehen. Die neuen Updates bzw. Versionen sind nur als eine Art Kumulativ-Update und nur während einer Phase von zwei Jahren erhältlich und supportet. Ob sich dieses Verhalten durchsetzen wird, steht in den Sternen. Aufgrund dessen sollte aber sicherlich eine Ablösung resp. Aktualisierung auf Exchange 2019 ausgeführt werden.

Persönliche Reflexion

Ein normaler Durchschnittstag an der MSIgnite beinhaltet ca. 25‘000 Schritte, 8 bis 9 Sessions und zwei bis drei Experts Talks. Virtuell scheint das alles einfacher, die Zeitverschiebung sowie die Möglichkeit alle Sessions 24/7 anzuschauen endeten jedoch in einem Marathon der Informationsbeschaffung. Sechs Smarties folgten dem Ruf und versuchten die essenziellen Informationen aus den über 800 Sessions in 72 Stunden aufzusaugen und für Sie zusammenzutragen. Der Kalender Eintrag für 2021 ist schon wieder gesetzt. Und natürlich hoffen wir trotz allen Vorteilen auf eine erneut physische Durchführung.

Der Microsoft Slogan «achieve more», der besagt jede Person und jede Organisation mit passender und zukunftsorientierter Technologie zu unterstützen und effizienter zu machen, ist aus meiner Sicht in der aktuellen Situation passender denn je. Lassen Sie Ihr Feuer für die Microsoft Technologien durch uns «entzünden».


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