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Smart enough for Azure: Fünf Fragen an den Cloud Lead Schweiz von Microsoft
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Mittwoch, 10. Juli 2019 - Sara Fuchser

Smart enough for Azure: Fünf Fragen an den Cloud Lead Schweiz von Microsoft

Microsoft baut Azure Datacenter in der Schweiz. Diese Schlagzeile erreichte uns vor etwas über einem Jahr, am 14. März 2018. Roberto Valentini, Partner und Geschäftsleiter bei SmartIT hat in einer Newsmeldung dazu Stellung genommen. Es wird von einem Launch im Kalenderjahr 2019 gesprochen, in dessen Mitte wir uns aktuell befinden – das Kribbeln steigt. In einem Treffen konnten wir dem Cloud Lead Schweiz von Microsoft, Primo Amrein, fünf Fragen dazu stellen.
Primo, vielen Dank erst einmal, dass Du Dir heute Zeit für uns nimmst. Microsoft spricht in der offiziellen Medienmitteilung von einem Launch der Microsoft Cloud Schweiz im Kalenderjahr 2019, nun haben wir Juli. Wann dürfen unsere Kunden und wir mit dem offiziellen Launch rechnen?
Nach wie vor können wir öffentlich keine genaueren Daten bekannt geben. Ich kann aber bestätigen, dass mit den ersten Services, hauptsächlich allgemeine Infrastructure as a Service IaaS, in den nächsten paar Monaten gerechnet werden darf. Die Office 365 Services (vorerst einmal Exchange Online, SharePoint Online und OneDrive for Business) sind ungefähr drei bis sechs Monate und erste Dynamics Services mit lokaler Datenhaltung sechs bis zwölf Monate nach dem offiziellen Launch verfügbar.

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Primo Amrein, Cloud Lead Schweiz bei Microsoft

Gemäss verschiedenen Informationen werden die Preise in Azure Switzerland höher sein, als die bisherigen Azure Consumption Preise für IaaS und PaaS Dienste. Betrifft dies nur die Dienste, welche über Consumption abgerechnet werden oder auch Lizenzen in einem Schweizer Tenant und kannst Du einen verlässlichen Prozentbereich angeben, welche Mehrkosten auf unsere Kunden zukommen?
Hier gibt es fundamentale Unterschiede zwischen den Lizenzen und den Diensten, welche über Consumption abgerechnet werden. Konkret für Office 365 Lizenzen, bei welchen sich der Preis per Seat berechnet, kann davon ausgegangen werden, dass die Kosten mit denjenigen von Amsterdam und Dublin vergleichbar bleiben. Die Azure Dienste werden voraussichtlich wie angetönt etwas teurer sein. Grund dafür sind regionale Uplifts. Ein verlässlicher Prozentbereich kann ich momentan nicht kommunizieren.

Mit Azure Switzerland wird bereits garantiert, dass der Datenbestand in der Schweizer Region bleibt. Welche rechtlichen Vorteile haben Kunden in der Schweizer Azure Region, gibt es z.B. einen Schweizer Gerichtsstand oder eine Anlaufstelle für Datensicherheitsfragen in der Schweiz?
Wählt ein Kunde «Switzerland North» in Azure explizit als Deployment Option aus, garantieren wir per Vertrag, dass seine Daten die Schweiz nicht verlassen. Bei Office365 wird dies automatisch so eingerichtet werden. Rein rechtlich gesehen, spielt dies aber keine grosse Rolle - der Gerichtsstand ist in den meisten Fällen wie bisher Irland. Wir verpflichten uns auch zum Schweizer Datenschutzgesetz DSG, was bereits heute der Fall ist, wenn die Daten in Amsterdam und Dublin liegen.
Vor allem für regulierte Industrien wie Spitäler, Anwaltskanzleien oder die öffentliche Hand (Amtsgeheimnis) sehe ich einen gewaltigen Vorteil mit der lokalen Datenhaltung. Daneben sind die Gründe, weshalb sich ein Kunde für die Schweizer Cloud entscheidet, hauptsächlich emotionaler Natur. Gerade konservativere Unternehmungen wollen per se ihre Daten nicht ausserhalb der Schweiz liegen haben oder ich kenne auch Beispiele, in denen der Verwaltungsrat diese Bedingung einfach voraussetzt. Bei internationalen Unternehmungen spüre ich hauptsächlich das Image der Schweiz als emotionalen Grund, die Daten in die Schweizer Cloud zu bringen.

Du hast einen möglichen Run internationaler Unternehmungen auf die Schweizer Cloud bereits angesprochen. Wie sieht das mit den Kapazitäten aus? Ist Azure Switzerland für einen Ansturm bereit? Und haben Schweizer Unternehmungen in der Azure Switzerland Region Priorität?

Eine Einschätzung über die Kapazität im Verhältnis zur Nachfrage ist sehr schwierig, persönlich habe ich aber ein gutes Gefühl. Wir sprechen hier von immens vielen Servern und grosser Kapazität. Zudem sind weitere Expansionen nicht nur angedacht, sondern bereits in der Umsetzung. Grundsätzlich gibt es für Schweizer Unternehmungen keinen Vorrang. Abgesehen von unserem Ankermieter, einem grossen internationalen Player aus der Finanzbranche. Riesige Volumen werden wir vor einer Freigabe sicher prüfen, aber im Grunde sind wir offen für alle.

Da für Azure Switzerland andere Preise gelten, welche massgeblichen Vorteile gegenüber Amsterdam und Dublin siehst Du für das Business? Abgesehen vom Datenstandort und der somit verkleinerten Latenzzeit beim Zugriff für den Kunden?
Hand aufs Herz, eigentlich ist Azure Switzerland vor allem eine weitere Deployment Option der Microsoft Cloud. Die grössten Vorteile sehe ich definitiv in den beiden von Dir erwähnten Punkte. Betreffend Compliance und in rechtlichen Fragen ist der Schweizer Standort wie schon vorhin erwähnt vergleichbar mit Amsterdam und Dublin, ausser für Firmen in regulierten Industrien. Dennoch merke ich, dass gerade kleinere Unternehmungen sich durch den Launch von Azure Schweiz stärker mit dem Thema Public Cloud befassen. Und hiermit sind wir erneut bei den emotionalen Gründen für eine Datenhaltung in der Schweiz.

Vielen Dank für Deine Zeit und die spannenden Informationen, Primo.


Link auf die Stellungnahme von Roberto Valentini zur Medienmitteilung vom 14. März 2018

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