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Microsoft Ignite 2025 – die Ära der Agenten beginnt

Im Auftrag der SmartIT durfte ich und meine Kollegen Lorenz Häberli und Manuel Stähli die Microsoft Ignite 2025 Messe in San Francisco besuchen. An Ihrer «Hausmesse» hat Microsoft die nächste Evolutionsstufe eingeläutet: Die Agentic Era! KI-Agenten übernehmen komplexe Workflows, während neue Plattformen wie Agent 365 und Work IQ für Governance und Kontext sorgen. Azure glänzt mit Performance-Boosts, HorizonDB für KI-Workloads und Microsoft Foundry, neu auch mit Anthropic Claude. Im Workplace-Bereich kommt der Edge Copilot-Modus, Windows 365 für Agenten und neue Windows Recovery-Optionen. Für Enduser:innen bedeutet das: Mehr Produktivität, weniger manuelle Arbeit, höhere Sicherheit – und für Unternehmen: volle Kontrolle über KI.

In diesem Blog habe ich ausgewählte Highlights der Neuerungen aus der Microsoft-Welt für Sie zusammengefasst.

Einleitung: Die Zukunft der Arbeit wird agentisch


Die Microsoft Ignite 2025 hat eines klar gezeigt: Wir stehen am Beginn der Agentic Era. KI-Agenten übernehmen nicht mehr nur einfache Aufgaben, sondern orchestrieren komplexe Workflows – sicher, transparent und eingebettet in die Unternehmens-Governance. Für Enduser:innen bedeutet das: weniger manuelle Klicks, mehr Automatisierung und ein Arbeitsalltag, der sich spürbar vereinfacht.

Was ist die Agentic Era? Highlights der Keynote

Microsoft präsentierte drei zentrale Bausteine für die neue Ära:
Agent 365 wird zur Schaltzentrale für alle KI-Agenten im Unternehmen. Hier lassen sich Agenten registrieren, Richtlinien zuweisen, Aktivitäten überwachen und bei Bedarf per Kill-Switch stoppen.
Work IQ ergänzt Microsoft 365 um eine Intelligenzschicht, die Kontext und Memory liefert. Copilot und Agents verstehen dadurch nicht nur Befehle, sondern auch den Arbeitszusammenhang – und schlagen proaktiv relevante Dokumente oder offene Aufgaben vor.
Und mit Entra Agent ID erhalten Agenten eine eigene digitale Identität. So gelten Zero-Trust-Prinzipien, rollenbasierte Zugriffe und Audit-Logs auch für autonome Systeme.

Das Ergebnis: KI wird nicht zum Risiko, sondern zum verlässlichen Teammitglied.

Wie verändert sich Microsoft Azure?

Kurz - Mehr Leistung, mehr Automatisierung! Azure Copilot ist nicht länger nur ein Assistent, sondern ein agentisches Interface, das mehrere spezialisierte Agents orchestriert. Dazu gehören der Deployment Agent, der Infrastruktur und Apps automatisiert bereitstellt, sowie der Migration Agent, der Legacy-Anwendungen erkennt und Modernisierungspläne erstellt. Ergänzt wird dies durch den Optimization Agent, der Kosten senkt und Nachhaltigkeitsziele berücksichtigt, und den Observability Agent, der mithilfe von Azure Monitor Ursachenanalysen durchführt. Für Sicherheit sorgen der Resiliency Agent mit Empfehlungen zur Ausfallsicherheit und der Troubleshooting Agent, der komplexe Fehler in VMs und Datenbanken diagnostiziert.

Unter der Haube sorgen Azure Cobalt 200 und Azure Boost für deutlich mehr Compute- und Netzwerkleistung – ideal für KI-Workloads. Mit Azure HorizonDB für PostgreSQL kommt zudem eine skalierbare Datenbankoption, die sich perfekt für moderne Anwendungen eignet.

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v.l.n.r. Jonas Kelly, Lorenz Häberli, Manuel Stähli

"Neben dem Schwerpunkt auf KI verspricht Microsoft eine schnellere, sicherere und stabilere Welt rund um Windows, Microsoft 365 und Azure."

Jonas Kelly, Professional System Engineer Workplace

 

Was verändert sich im Workplace? Edge und Windows werden smarter!

Auch im Workplace-Bereich setzt Microsoft auf intelligente Automatisierung. Microsoft Edge integriert KI-Funktionen mit dem Copilot-Modus, der Aktionen direkt im Browser ausführen kann – von der Reisebuchung bis zum Ausfüllen komplexer Formulare. Dabei werden User:innen jeweils aufgefordert die Eingabe sensibler Daten sowie das finale Absenden zu bestätigen. Auch die Sicherheit bleibt gewahrt: Purview Prompt Protection verhindert, dass sensible Daten in externe KI-Tools gelangen, während Watermarking und ein geschütztes Clipboard Datenabfluss erschweren.

Mit dem neuen „Computer Use“-Tool für das Copilot Studio können Agenten mit temporären virtuellen Windows Maschinen wie ein echter User interagieren: Sie öffnen Anwendungen, erstellen Dateien, besuchen Websites und erledigen Aufgaben autonom.

Semantic Search im Windows‑Explorer lässt Dateien und Fotos mit natürlichen Beschreibungen finden (z.B. „Brücke bei Sonnenuntergang“ oder „IT Outsourcing Budget“) statt mit exakten Dateinamen.
Click‑to‑Do blendet kontextbezogene Aktionen direkt über dem Bildschirm ein. Mit Win+Q oder Win+Klick wählt man Text oder Bilder und bekommt sofort Optionen wie Kopieren, Öffnen, Zusammenfassen/Umschreiben oder Websuche; bei Bildern auch Objekt entfernen oder Hintergrund freistellen. Die Verarbeitung läuft lokal auf Copilot+‑PCs. Daten verlassen das Gerät nur bei Online‑Aktionen.

Neue Windows-Recovery Features gibt es auch: Quick Machine Recovery repariert Boot‑Probleme automatisch aus der Windows‑Wiederherstellungsumgebung (WinRE) via Windows Update und ist per Intune steuerbar. Point‑in‑Time Restore rollt einen PC in Minuten auf einen lokalen Snapshot zurück – inklusive OS, Apps, Einstellungen und lokalen Dateien. Cloud Rebuild löst über Intune eine Neuinstallation aus; dabei wird automatisch ein aktuelles Windows‑Image aus der Cloud heruntergeladen und installiert.

Collaboration & Security: Governance trifft Automatisierung

In Microsoft Teams halten neue Agenten Einzug: Der Channel Agent erstellt Statusberichte und Workback-Pläne direkt im Kanal, während der Facilitator Agent Meetings optimiert, fehlende Teilnehmende pingt und Dokumente live generiert. Für IT-Abteilungen gibt es den Admin Agent, der Benutzerverwaltung und Monitoring automatisiert.

Im Bereich Sicherheit setzt Microsoft auf ein autonomes SOC. Der Security Copilot Phishing Triage Agent ist bereits verfügbar und analysiert Phishing-Meldungen selbstständig, reduziert False Positives und eskaliert nur echte Bedrohungen. Weitere Agents für Threat Hunting und Incident Response folgen.

Fazit: Stolzer Microsoft-Partner – und bereit für die Agenten-Ära

Die Ignite 2025 zeigt: KI ist nicht mehr nur ein Feature, sondern eine Arbeitsplattform. Mit Agent 365, Work IQ und den neuen Azure- und Workplace-Funktionen können Unternehmen Produktivität steigern, ohne Sicherheit und Compliance zu gefährden im Gegenteil. Nebst Copilot und Agenten gab es auch diverse Sicherheits- und Stabilitätsverbesserungen. Wir bei SmartIT freuen uns darauf, diese Innovationen in Pilotprojekten umzusetzen – von Work IQ-Readiness über Agent 365-Governance bis hin zu Azure-Copilot-Szenarien.

 

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Glossar

 Agentic Era

Phase, in der KI-Agenten eigenständig Aufgabenketten ausführen – unter klaren Richtlinien. 

Work IQ

Ist eine neue Funktion in Microsoft 365, die an der Ignite 2025 vorgestellt wurde. Sie bildet eine Intelligenzschicht zwischen deinen Arbeitsdaten und den KI-Funktionen wie Copilot und Agenten. 

Agent 365

Plattform zur zentralen Verwaltung und Überwachung aller KI-Agenten. 

Entra Agent ID

Digitale Identität für Agenten mit Zero-Trust und Audit-Logs. 

Anthropic Claude

Ist ein KI-Sprachmodell, entwickelt von Anthropic, einem Unternehmen, das sich auf „sichere und erklärbare KI“ spezialisiert hat. Claude gehört zur gleichen Modellfamilie wie GPT (von OpenAI), ist aber auf hohe Zuverlässigkeit, Sicherheit und Steuerbarkeit ausgelegt. 

Azure Copilot Agents

Sind spezialisierte KI-Agenten, die innerhalb von Azure Copilot arbeiten und bestimmte Aufgaben im Cloud-Betrieb automatisieren. Sie sind Teil des neuen Konzepts Agentic Cloud Operations, das Microsoft an der Ignite 2025 vorgestellt hat. 

Azure HorizonDB

Skalierbare PostgreSQL-Datenbank für KI-Workloads. 

Security Copilot Phishing Triage

Agent für autonome Analyse von Phishing-Meldungen.