HPE Tech Jam 2026 Wien: Technische Einblicke aus erster Hand
Das HPE Tech Jam 2026 in Wien setzt ein klares Zeichen: Technik zum Anfassen statt Folien und Visionen. Direkt vor Ort tauchten Marc Grand und Ich in intensive Hands-on Trainings ein, die den Alltag von HPE‑Technikexpertinnen und Technikexperten widerspiegeln.
Das Tech Jam steht im Kontrast zur HPE Discover als Technik Event von HPE. Die Discover deckt mehr Fragen zu Strategie, Produkten, Roadmaps und Austausch auf Management Ebene ab. Den Blog von Marco Strazzini über die HPE Discover in Barcelona 2025 finden Sie hier.
Hands-On für IT-Fachpersonal
Dieses Jahr besuchten Marc Grand und Ich das HPE Tech Jam 2026 in Wien. Schon nach kurzer Zeit wurde klar: Dieses Event verfolgt einen praxisbezogenen Ansatz. Das Tech Jam richtet sich gezielt an Personen, die täglich mit den Technologien von HPE arbeiten.
Das Tech Jam ist stark technisch geprägt. Hands-on Labs, Troubleshooting-Sessions, Architektur-Einblicke und der direkte Austausch mit HPE Engineers stehen im Mittelpunkt. Angesprochen werden insbesondere Solution Architects, Presales Engineers und System Engineers —also jene Fachpersonen, die Systeme planen, implementieren und betreiben.

Was waren die Schwerpunkte am HPE Tech Jam 2026?
Am Tech Jam 2026 standen vor allem Themen im Zentrum, die aktuell viele Unternehmen direkt betreffen: steigende Virtualisierung Kosten, Cyber-Resilience sowie moderne Hybrid-Cloud-Architekturen. Zwei Lösungen waren dabei besonders präsent.
Great VM Reset: HPE VM Essentials
Ein grosses Thema am Tech Jam war die Zukunft der Virtualisierung. Viele Unternehmen stehen aktuell unter Druck, ihre bestehende Plattform zu überdenken. Gründe dafür sind steigende Lizenzkosten, geänderte Modelle und die zunehmende Abhängigkeit von einzelnen Herstellern. HPE spricht in diesem Zusammenhang vom «Great VM Reset».
«Mit VM Essentials positioniert HPE eine Alternative, die vor allem auf Kostenstabilität und geringere Komplexität abzielt.»
Stefan Weixelbraun, Professional System Engineer OnPrem + Network
Ein wesentlicher Unterschied besteht im Lizenz Modell, also in der Grundlage der Kostenberechnung. Die Abrechnung erfolgt pro Socket – dem physischen Steckplatz auf dem Mainboard, in den ein Prozessor eingesetzt wird – und nicht pro CPU-Kern, also pro einzelner Recheneinheit innerhalb eines Prozessors. Für viele Unternehmen führt dieses Modell zu einer deutlich besseren Planbarkeit der Lizenzkosten, insbesondere bei modernen Server-Systemen, die über eine hohe Anzahl an Rechenkernen verfügen.
Spannend ist auch der Migrationsansatz. Bestehende VMware-Umgebungen müssen nicht sofort ersetzt werden. VM Essentials kann beide Welten parallel verwalten und erlaubt eine schrittweise Migration. Mehrere virtuelle Maschinen lassen sich gleichzeitig migrieren. Vor der Übernahme prüft das System unter anderem Netzwerk- und Storage-Konfiguration sowie die grundsätzliche Kompatibilität. Dadurch kann die Migration strukturierter und mit reduziertem Risiko erfolgen als bei klassischen manuellen Projekten.
Wie gewährleistet VM Essentals die Datensicherheit?
Beim Thema Datensicherung stehen in VM Essentials aktuell vor allem Snapshot‑Funktionen zur Verfügung, also Momentaufnahmen des Systemzustands, die eine schnelle Rückkehr zu einem früheren Zustand ermöglichen, jedoch kein vollständiges Backup ersetzen. Für umfassende Backup- und Disaster-Recovery-Szenarien setzt HPE weiterhin auf die Integration spezialisierter Lösungen. Zerto wird künftig für Disaster Recovery unterstützt, während agentenlose Backups mit Veeam gemäss Roadmap für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen sind. Bis dahin erfolgt die Sicherung typischerweise über klassische Backup-Ansätze, beispielsweise mittels Veeam Agents innerhalb der virtuellen Maschinen.
Auch sicherheitstechnisch ist die Plattform auf aktuelle Anforderungen ausgelegt: Verschlüsselung, Multi-Factor Authentication, rollenbasierte Zugriffskontrolle so wie Anbindung an bestehende Identitätslösungen wie Active Directory oder LDAP sind vorgesehen.
In Kombination mit Morpheus Enterprise lässt sich die Lösung zudem zu einer Hybrid-Cloud-Plattform ausbauen, inklusive Automatisierung, Infrastructure-as-Code und Multi-Cloud-Anbindung. Für viele KMU ist besonders interessant, dass ein Wechsel nicht sofort erfolgen muss. Bestehende Umgebungen können weiterbetrieben und schrittweise angepasst werden. Genau diese Flexibilität wurde am Tech Jam als entscheidender Faktor hervorgehoben.
Wie sorgt die Alletra MP B10000 in Kombination mit Zerto und Veeam für maximale Ausfallsicherheit?
Am Tech Jam wurde deutlich, wie stark HPE das Thema Cyber-Resilience priorisiert. Im Zentrum stand dabei die Alletra MP B10000 in Kombination mit Zerto und Veeam. Ein Schlüsselkonzept sind Immutable Snapshots. Diese sind schreibgeschützt, zeitlich fixiert und können nicht verändert oder gelöscht werden. Dadurch bieten sie einen wirksamen Schutz gegen Ransomware. In vielen Fällen lassen sich Systeme direkt aus solchen Snapshots innerhalb von Sekunden wiederherstellen.
Für weitergehende Szenarien integriert sich die Plattform mit etablierten Backup-Lösungen wie Veeam. In Kombination mit Zerto lassen sich zudem sehr kurze Wiederherstellungsziele erreichen, wodurch Datenverluste im Ernstfall auf wenige Sekunden begrenzt werden können.
Wohin entwickeln sich Agentic AI und das neue Networking?
Ein weiterer klarer Trend am Tech Jam war die sogenannte Agentic AI. Gemeint sind KI-Agenten, die nicht nur analysieren, sondern selbstständig Aufgaben ausführen, Entscheidungen treffen und Abläufe steuern.
Ziel ist es, manuelle IT-Arbeit zu reduzieren und Systeme proaktiv statt reaktiv zu betreiben. Mit Plattformen wie HPE GreenLake Intelligence soll die Infrastruktur kontinuierlich überwacht, optimiert und bei Problemen automatisch reagieren — über Storage, Compute und Netzwerk hinweg. Gleichzeitig bleiben Zugriffe und Aktionen über definierte Berechtigungen kontrolliert.
Auch im Networking gab es grosse Neuigkeiten: Die Übernahme von Juniper durch HPE war ein zentrales Thema. Ziel ist eine durchgängige, AI-gestützte Netzwerkplattform von Campus über Rechenzentrum bis in die Cloud. Bestehende Produkte bleiben weiterhin unterstützt, gleichzeitig sollen Technologien wie Aruba Central und Juniper Mist künftig stärker zusammenwachsen. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das vor allem mehr Auswahl und eine zusätzliche Alternative zu den etablierten Anbietern.
Hands-on Innovationen: InstantRAG und moderne Automatisierungstools
Neben den grossen strategischen Themen bot das Tech Jam auch viele praxisnahe Einblicke. So konnten wir unter anderem neue Ansätze wie InstantRAG (Retrieval‑Augmented‑Generation‑Workflows) in Verbindung mit Alletra-Systemen kennenlernen oder sehen, wie sich mit Tools wie Visual Studio Code und Claude AI Routineaufgaben rund um GreenLake automatisieren lassen.
Fazit: Viele Impulse für den praktischen Einsatz
Das Tech Jam 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie stark sich die IT-Landschaft aktuell verändert. Themen wie alternative Virtualisierungsplattformen, Cyber-Resilience, AI-gestützte Automatisierung und moderne Netzwerkarchitekturen sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern bereits heute relevant für den Betrieb von Unternehmens-IT.
Für uns als SmartIT besonders wertvoll war der direkte Austausch mit den HPE Technikerinnen und Technikern sowie mit anderen HPE Partnern. Dadurch lassen sich Chancen, Grenzen und reale Einsatzszenarien deutlich besser einschätzen als anhand von Produktunterlagen allein.
Viele der vorgestellten Lösungen zielen darauf ab, Komplexität zu reduzieren, Kosten planbarer zu machen und Systeme widerstandsfähiger gegen Ausfälle oder Cyberangriffe zu gestalten. Genau diese Themen beschäftigen aktuell auch viele unserer Kundinnen und Kunden. Wir werden die Entwicklungen rund um VM Essentials, Cyber-Resilience-Lösungen sowie AI-gestützte Betriebsmodelle weiterhin aktiv verfolgen und prüfen, wo sie einen echten Mehrwert im KMU-Umfeld bieten.
Glossar
Agentic AI
Agentic AI bezeichnet KI‑Systeme, die nicht nur analysieren, sondern selbstständig Aufgaben ausführen, Entscheidungen treffen und Prozesse automatisiert steuern.